Frequently asked questions
Was ist Feline Bordetella bronchiseptica (FeBb)?
Bei Bordetella bronchiseptica oder FeBb der Katze handelt es sich um ein Bakterium, das als primärer respiratorischer Erreger der Katze bekannt ist. Bordetella bronchiseptica sollte auf jeden Fall bei felinen Erkrankungen des oberen Respirationstraktes als potenziell primärer oder mitwirkender Erreger in Betracht bezogen werden.

Verursacht B. bronchiseptica Erkrankungen bei anderen Spezies?
B. bronchiseptica verursacht bei verschiedenen Spezies respiratorische Erkrankungen. Es löst u.a. die Tracheobronchitis des Hundes (Zwingerhusten) aus und trägt bei Schweinen zur atrophischen Rhinitis (Schnüffelkrankheit) bei.

Kann Bordetella bronchiseptica allein Infekte des oberen Respirationstrakts der Katze auslösen?
Ja. Studien haben gezeigt, dass B. bronchiseptica klinische Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege experimentell bei Katzen auslösen kann, die nachweislich frei von allen anderen bekannten respiratorischen Erregern waren. In manchen Fällen ist es sehr wahrscheinlich, dass B. bronchiseptica auch Erkrankungen des oberen Respirationstrakts in Kombination mit anderen respiratorischen Erregern, wie FHV und FCV, hervorruft.

Welche klinischen Symptome treten bei einer Infektion mit B. bronchiseptica auf?
Ein mit B. bronchiseptica assoziierter Infekt der oberen Atemwege ist eine komplexe Erkrankung. Es gibt erhebliche Überlappungen mit den klinischen Symptomen anderer Erreger, die einen Infekt des oberen Respirationstrakts auslösen, u.a. mit FCV und FHV. Aus Studien an Katzen, bei denen B. bronchiseptica bekanntermaßen das einzige verursachende Agens war, wurden folgende klinische Symptome beobachtet:
- Fieber
- Niesen
- Nasenausfluss
- submandibuläre Lymphadenopathie
- Husten und
- Rasselgeräusche.
Bei den meisten Katzen ist die Erkrankung in der Regel leicht, und die Symptome verschwinden nach etwa zehn Tagen wieder. Es kann sich aber bei manchen Katzen, vor allem bei jüngeren Tieren, eine Bronchopneumonie entwickeln, die mitunter lebensbedrohlich ist.

Wie schnell entwickeln infizierte Katzen klinische Symptome?
Untersuchungen sprechen dafür, dass Katzen offensichtliche Symptome einer Infektion innerhalb von fünf Tagen nach einer Exposition haben können. Durchschnittlich halten diese klinischen Symptome zehn Tage an. In manchen Fällen, vor allem bei jüngeren Katzen, kann sich die Erkrankung in eine eher lebensbedrohliche Bronchopneumonie entwickeln. Manche Katzen werden zu Keimträgern und scheiden Bakterien mindestens 19 Wochen lang aus.

Können die klinischen Symptome einer B. bronchiseptica-Infektion ähnlich sein wie bei anderen respiratorischen Erregern der Katze?
Ja. Die klinischen Symptome sind sehr ähnlich, und in manchen Fällen liegen gleichzeitig Begleitinfektionen vor.

Wie wird eine feline B.-bronchiseptica-Infektion diagnostiziert?
Eine Infektion mit B. bronchiseptica lässt sich am besten durch einen Mund-Rachenabstrich oder Abstriche vom Nasenausfluss diagnostizieren. Die Proben sollten mit sterilen Wattetupfern entnommen und vor Beschickung einer Kulturplatte, die ein Selektivmedium enthält, in ein Kohle-Transportmedium gebracht werden. Chronische Keimträger-Katzen scheiden oft relativ wenige Erreger aus, und wiederholte Kulturen von Mund-Rachenabstrichen sind nötig.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Katzen in Kontakt mit B. bronchiseptica kommen?
Serologische Untersuchungen sprechen dafür, dass eine Exposition in der Katzenpopulation recht häufig vorkommt und dass jede vierte Katze mit dem Bakterium in Berührung gekommen ist. Allerdings ist die Möglichkeit eines Kontaktes beträchtlich höher bei Katzen, die häufig mit anderen Katzen zusammen sind. Nicht weniger als acht von zehn Katzen haben ein Expositionsrisiko, wenn sie aus einem Haushalt mit mehren Katzen kommen oder in Katzenstationen oder Katzenrettungsstationen leben. Katzen, die in Katzenpensionen zur Pflege sind oder an Ausstellungen teilnehmen, haben ein ähnlich höheres Risiko.

Wie häufig ist B. bronchiseptica im Vergleich zu anderen respiratorischen Erregern der Katze?
In einer britischen Erhebung von 740 nach Ermessen ausgewählten Katzen wurde B. bronchiseptica bei 11 % der getesteten Katzen isoliert, im Vergleich zu 26 % für FCV und 5 % für FHV. In Studien in den USA, die Ausbrüche von Infekten des oberen Respirationstrakts untersuchten, betrug die durchschnittliche Isolationsrate von B. bronchiseptica in Katzenrettungsstationen 54 % im Vergleich zu 5 % für FHV und 26 % für FHV.

Welche Faktoren prädisponieren für eine Erkrankung?
B. bronchiseptica ist in der Katzenpopulation weit verbreitet; am häufigsten sind aber asymptomatische Keimträger. Zahlreiche Wirts- und Umweltfaktoren, vor allem solche mit stressreichen Bedingungen, können zu einer opportunistischen Erkrankung führen. Daher tritt die Krankheit am häufigsten bei Katzen auf, die in Zuchtstationen oder in Forschungseinrichtungen gehalten werden. Sie kann aber auch bei Hauskatzen vorkommen, die an Katzenausstellungen teilnehmen, zur Pflege in Katzenpensionen kommen oder in einem Haushalt mit vielen Katzen leben. Während des stressreichen Geburtsvorganges können Mutterkatzen B. bronchiseptica an ihre Jungen weitergeben und die Jungkatzen empfänglich für eine Infektion machen. Jungkatzen aus Katzenzuchtstationen und Katzenrettungsstationen haben daher ein besonders hohes Risiko.

Können einzelne Katzen Keimträger sein?
Asymptomatische Langzeit-Keimträger von B. bronchiseptica kommen bei Katzen häufig vor. Eine Bakterienausscheidung wird durch zahlreiche Faktoren ausgelöst, u.a. durch Stress beim Absetzen, Aufenthalte in Katzenpensionen, Reisen zu Katzenausstellungen, Überbelegung in Katzenstationen oder schlechte Hygiene. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang mit einer Phasenvariation in den Virulenz-Determinanten, wie er bei Hunden und Schweinen beobachtet wird. Die Bedeutung von Keimträger-Katzen wurde in experimentellen Studien bestätigt, in denen Katzen nach der Genesung den Erreger nachweislich mindestens 19 Wochen lang ausschieden. Zudem wurde der Erreger post partum von klinisch gesunden Mutterkatzen isoliert, die unter Isolierbedingungen gehalten wurden, was dafür spricht, dass der Geburtsstress die Ausscheidung induzieren kann.

Kann sich das Bakterium von Hunden auf Katzen und umgekehrt ausbreiten?
Ja. Epidemiologische Anhaltspunkte zeigen, dass bei der Isolierung von B. bronchiseptica von Katzen häufig Hunde mit einer kurz zurückliegenden Atemwegserkrankung im gleichen Haushalt leben. Eine Infektion mit B. bronchiseptica bei Katzen wurde nach Berichten über Zwingerhusten bei Hunden beobachtet, die in demselben Haushalt leben. Außerdem waren die durch molekulare Techniken nachgewiesenen Isolate von beiden Spezies in einem Fall identisch.

Tritt die Erkrankung jahreszeitlich auf?
Im Allgemeinen nein. Das Risiko kann aber während der Ferien oder in der Urlaubszeit infolge einer erhöhten Versorgung in Katzenpensionen und Kontakt mit anderen Katzen erhöht sein. In Katzenheimen für herrenlose Katzen und Katzenstationen können im Winter wegen einer geringeren Belüftung aus Gründen der Wärmekonservierung schwerere Probleme auftreten.

Gibt es eine Rasse- oder Geschlechts-Prädisposition für B. bronchiseptica?
Es gibt keine klar erwiesenen Rasse- oder Geschlechts-Prädispositionen. Einige Studien weisen darauf hin, dass Rassekatzen empfänglicher sind. Eine Erklärung könnte sein, dass diese Rassen eher aus Katzenzuchtstationen kommen oder regelmäßig auf Ausstellungen gebracht werden.

Welche Behandlung wird bei einer B. bronchiseptica-Infektion der Katze empfohlen?
Eine Infektion mit B. bronchiseptica kann mit Tetracyclin (10 mg/kg p.o. 8-stündlich), Doxycyclin (10 mg/kg p.o. 24-stündlich) oder Amoxicillin/ Clavulansäure (62,5 mg/Katze p.o. 12-stündlich) behandelt werden. Resistenzen gegen Trimethoprim und Ampicillin sind häufig. Letzteres ist erwähnenswert, weil Ampicillin meist zur Behandlung von Infekten der oberen Atemwege bei Katzen angewendet wird. Es gab außerdem Berichte vom Auftreten Tetracyclin-resistenter Plasmide in B. bronchiseptica-Isolaten von Katzen.

Wie kann der Erkrankung vorgebeugt werden?
Wichtigste Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektion sind eine ausreichende Hygiene und die Vermeidung von Stress in Katzenzuchten, Katzenstationen, Tierheimen und Tierpensionen. Die Entfernung nachweislich infizierter Tiere aus solchen Einrichtungen kann ebenfalls erwogen werden. Eine Vakzine zur intranasalen Applikation ist in einigen Ländern verfügbar. Diese kann zur Vorbeuge einer Erkrankung der oberen Atemwege insbesondere bei Katzen zum Einsatz kommen die an Ausstellungen teilnehmen oder auf anderem Wege mit anderen Katzen oder auch Hunden in Kontakt kommen (z.B. Tierheime, Tierpensionen).

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