 Zusammenfassung vorliegender Daten zur Prävalenz: - Studien in Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Belgien, Neuseeland und in den USA haben gezeigt, dass B. bronchiseptica in der Katzenpopulation weit verbreitet ist.
- Die Seroprävalenz reicht von 24 % (Hoskins et al., 1998) bis 87 % (McArdle et al., 1994)
- B. bronchiseptica
kann als Primärerreger einen Infekt des oberen Respirationstrakts hervorrufen.
- Studien haben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit B. bronchiseptica und einem Infekt des oberen Respirationstrakts nachgewiesen.
- Studien in den USA haben gezeigt, dass Ausbrüche von Infekten des oberen Respirationstrakts häufiger bei einer Infektion mit B. bronchiseptica als mit einer FHV- oder FCV-Infektion assoziiert ist.
Vor 1991 gab es nur wenige Publikationen zum Thema der Isolierung von B. bronchiseptica aus gesunden Katzen oder Katzen mit einem Infekt des oberen Respirationstrakts (Fisk et al., 1973, Snyder et al., 1973). Doch bei den wenigen erkrankten Katzen, bei denen B. bronchiseptica isoliert wurde, waren FHV oder FCV ebenfalls nachweisbar, oder es wurde nicht versucht, noch weitere Erreger zu isolieren. Deswegen war nicht sicher, ob es sich bei der Isolierung in diesen Fällen um einen zufälligen Befund handelte. In einer späteren Untersuchung eines Ausbruchs respiratorischer Erkrankungen in einer Katzenzuchtstation waren sechs Würfe mit insgesamt 17 Jungkatzen eingeschlossen. Sechs von ihnen starben (Willoughby et al., 1991). Zwei von diesen sechs Jungkatzen wurden postmortal untersucht. In Gewebeproben von der Lunge dieser Tiere wurden positive Kulturen von B. bronchiseptica. nachgewiesen. Auch FCV wurde in der Katzenstation isoliert. Deswegen ist nicht sicher, ob B. bronchiseptica in diesen Fällen der Primär- oder der Sekundärerreger war. In einer weiteren Studie in einer geschlossenen Zuchtstation bei der es zu einem Ausbruch einer respiratorischen Erkrankung kam, konnten weder FHV noch FCV isoliert werden, und die C. felis-Titer waren niedrig (Elliot et al., 1991). Die Symptome der Katzen waren sehr ähnlich wie beim Zwingerhusten des Hundes, und B. bronchiseptica wurde bei Katzen mit respiratorischen Symptomen isoliert, jedoch nicht bei gesunden Katzen. Dies spricht dafür, dass B. bronchiseptica der Haupterreger war. Seit diesen frühen Berichten sind ausgedehnte Studien zu diesem Bakterium unter Berücksichtigung seiner Prävalenz und seiner Verbindung mit dieser Erkrankung durchgeführt worden. Bei diesen Studien wird die Seroprävalenz der Erkrankung berücksichtigt und/oder die Isolationsrate des Bakteriums. Die Seroprävalenz-Rate erlaubt eine Abschätzung, wie viele Katzen zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens infiziert wurden, die Isolationsrate dagegen eine Abschätzung, wie viele Katzen zum Zeitpunkt der Probenentnahme infiziert sind. Doch sollte man sich bewusst sein, dass die Probenentnahme nicht immer eine erfolgreiche Methode zur Ermittlung infizierter Katzen ist, und dies trifft insbesondere auf Keimträger-Katzen zu [Ermittlung infizierter Katzen, klinische Informationen/ Diagnose]. Bei Betrachtung der Isolationsrate sollte man daher davon ausgehen, dass die Anzahl infizierter Katzen zu einem bestimmten Zeitpunkt unterschätzt wird. |