Klinische Symptome von Bordetella bronchiseptica Infektion in Katzen

B. bronchiseptica ist im Zusammenhang mit den Infekten des oberen Respirationstrakts eine komplexe Erkrankung. Es gibt erhebliche Überlappungen mit den klinischen Symptomen anderer Erreger, die einen Infekt des oberen Respirationstrakts auslösen, u.a. FCV und FHV. Aus Studien an Katzen, bei denen B. bronchiseptica bekanntermaßen das einzige verursachende Agens war, wurden folgende klinischen Symptome beobachtet:

  • Fieber
  • Niesen
  • Nasenausfluss
  • submandibuläre Lymphadenopathie
  • Husten und
  • Rasselgeräusche

Husten wird zwar häufig angegeben, scheint aber kein so charakteristisches Merkmal wie bei der B.-bronchiseptica-Infektion des Hundes zu sein (Elliot 1991, Jacobs et al., 1993, Coutts et al., 1996, Binns et al., 1999).

Bei den meisten Katzen ist die Erkrankung oft mild, und die Symptome verschwinden nach etwa 10 Tagen. Bei manchen Katzen und vor allem jüngeren Tieren kann sich aber eine Bronchopneumonie entwickeln, die mitunter lebensbedrohlich ist (Welsh, 1996).


Diagnose
laboratory diagnosis

Viele klinische Symptome [klinische Symptome, klinische Informationen/klinische Symptome] einer B.-bronchiseptica- Infektion bei Katzen gleichen denen anderer respiratorischer Erreger (mit Ausnahme von Husten). Daher kann die Erkrankung nicht allein anhand einer visuellen oder körperlichen Untersuchung bestimmt werden. Eine B.-bronchiseptica-Infektion wird am besten durch Mund-Rachenabstriche oder Tupferproben vom Nasenausfluss diagnostiziert. Die Proben sollten mit sterilen Wattetupfern entnommen und in ein Kohle-Transportmedium gebracht werden, bevor auf einem Selektivmedium wie Kohle-Cephalexin eine Kultur angelegt wird. Chronisch infizierte Katzen scheiden als Keimträger allerdings oft relativ wenige Erreger aus und wiederholte Kulturen von Mund-Rachenabstrichen sind nötig. Außerdem bestätigt eine Isolierung nicht (wie bei viralen respiratorischen Erregern), dass das Bakterium das verursachende Agens eines Infektes des oberen Respirationstrakts ist. Das Ansprechen auf eine Antibiotikatherapie kann in begrenztem Maße unterstützende Hinweise liefern.


Vermeidung und Beherrschung

Zur Zeit sind Präventivverfahren zur Vermeidung von Stress und Förderung hygienischer Bedingungen in Katzenstationen begrenzt. Auch das Entfernen von chronisch infizierten Katzen aus betroffenen Katzenstationen kann erwogen werden. In manchen Ländern ist eine intranasale Vakzine erhältlich. Sie kann zur Prävention eines Ausbruches von infektiösen Erkrankungen der oberen Atemwege in Katzenstationen oder zur Vorbeugung einer respiratorischen Erkrankung von Katzen, die mit anderen Hunden und Katzen in Berührung kommen, in Katzenpensionen versorgt oder ausgestellt werden, in Betracht gezogen werden. Vakzinationen sollten in Kombination mit einer guten Tierhaltung, guter Ernährung, Hygiene, Belüftung und Parasitenbekämpfung und Eindämmung anderer respiratorischer Erreger erfolgen, um das Auftreten einer klinischen Erkrankung zu minimieren.


Behandlung

B. bronchiseptica -Infektionen können mit Tetracyclinen (10 mg/kg p.o. 8-stündlich), Doxycyclin (10 mg/kg p.o. 24-stündlich) oder Amoxicillin/ Clavulansäure (62,5 mg/Katze p.o. 12-stündlich) behandelt werden. Neuere Studien (Speakman et al., 1997) haben gezeigt, dass B.-bronchiseptica-Isolate von Katzen empfindlich gegen Tetracyclin und Doxycyclin sind, eine Resistenz gegen Trimethoprim und Ampicillin aber weit verbreitet sind. Letzteres ist erwähnenswert, weil meist Ampicillin zur Behandlung von Infekten des oberen Respirationstrakts bei Katzen eingesetzt wird. Die Ausbildung von Tetracyclin-resistenten Plasmiden in Isolaten von B. bronchiseptica von Katzen (Speakman et al., 1997) ist zudem Anlass zu Besorgnis.